
Interview — Betrieb Chemin Sector, Pierrelatte, 15. Juni 2026
Henri Jourdain, Betriebsleiter
Tomatenproduzent in halbgeschlossenen Gewächshäusern — Pierrelatte, Südfrankreich
Können Sie uns Ihren Betrieb und Ihren Werdegang mit Hortisecur vorstellen?
Bei Hortisecur sind wir seit 2013 versichert. Davor haben wir mit mehreren Versicherern zusammengearbeitet. Und jedes Mal, wenn wir ein Problem hatten, waren wir nicht abgesichert.
In einem Jahr hat jemand Unkrautvernichter in unseren Gewächshäusern verteilt — die Pflanzen sind eingegangen, keine Versicherung. Ein anderes Mal haben Hochspannungsleitungen über den Gewächshäusern nachts Eis angesetzt. Um zehn Uhr morgens sind die Eisbrocken regelrecht auf unsere Gewächshäuser niedergeprasselt. Enormer Schaden — und auch da hatten wir gerade den Versicherer gewechselt, der Schaden war nicht gedeckt. Bei jedem seltenen Problem standen wir ohne Netz da. Deshalb sind wir froh, mit einer Genossenschaft zusammenzuarbeiten, die die Dinge wirklich ernst nimmt.
Ich kam 1989 in die Region Pierrelatte. Die ersten Gewächshäuser stammten von 1984 — gebaut, um die Abwärme des benachbarten Kernkraftwerks zu nutzen. Doch der Start in der Region war schwierig: Die Winter 1984 und 1985 waren außergewöhnlich kalt, und mehrere Betriebe scheiterten bereits im ersten Jahr an der Kälte.
Lange Zeit bedeutete „modern sein“ schlicht, die Gewächshäuser um einen Meter zu erhöhen. Der eigentliche Durchbruch waren die halbgeschlossenen Gewächshäuser mit Temperatur- und Feuchtigkeitsregelung. Die Ersten in Frankreich, die sie bauten, waren die Cléments, um 2012. Wir haben sie besucht, waren überzeugt, und 2014 haben wir unser erstes Gewächshaus dieser Art auf dem Gelände von l’Étang gebaut. La Simonnière folgte 2017, dann Startom im vergangenen Jahr.
Welche Wetterphänomene halten Sie für die kritischsten für die Kontinuität Ihrer Produktion?
Unser größter Vorteil ist, dass wir unter Glas produzieren. Regen stört uns nicht, die Außentemperatur auch nicht — wir regulieren sie. Wenn ich im Fernsehen Kulturen sehe, die von Überschwemmungen oder Hagel verwüstet werden, denke ich: Wir haben Glück.
Wind ist relativ gut im Griff. Unsere Gewächshäuser halten dem Mistral gut stand, selbst bei 130 km/h. Aber einmal ist eine Zeder umgestürzt und hat eine ganze Wand mitgerissen. Ich habe an diesem Tag Thierry Grange von Hortisecur angerufen — er war vor Ort, noch bevor wir überhaupt nach Ersatzscheiben gesucht hatten. Genau das erwartet man von einem Versicherer: schnell reagieren, denn eine offene Wand bedeutet Insekten, bedeutet Probleme, die sich aneinanderreihen.
Wir haben auch einen Brand durch ein Schwefelgerät erlebt. Der Mitarbeiter hatte den falschen Reflex, das brennende Gerät hochzuheben — und alles brannte. Was mich beeindruckt hat, war die Schadensregulierung: Der Gutachter kam mit einem Erzeuger, sie haben sich besprochen, und ihre Zahl stimmte exakt mit unserer eigenen Berechnung überein, bei der wir die nicht angefallenen Kosten berücksichtigt hatten. Das zeigt, dass das System fair ist.
Wie hat der Klimawandel das Risikoprofil Ihres Betriebs verändert?
Seit drei Jahren liegen wir draußen regelmäßig über 40 Grad — etwas, das ich vorher nie erlebt hatte. Dank der halbgeschlossenen Gewächshäuser überschreiten wir innen nicht 30 Grad. Kollegen mit klassischen Gewächshäusern hatten in diesen Sommern Probleme beim Fruchtansatz — wir nicht.
Kälte bereitet uns größere Sorgen. Wir hängen am Fernwärmenetz des Kraftwerks mit 14 km Rohrleitungen. Vor der Sanierung kam es häufig zu Ausfällen. Manche Notheizungen liefen mit Heizöl, und an manchen Feiertagen gab es keine Lieferung. Deshalb haben wir Pufferbecken mit 2 000 m³ installiert — Warmwasserspeicher, die im Fall einer Unterbrechung ein paar Stunden überbrücken. Nutzlos, wenn alles gut läuft, aber unbezahlbar, wenn es ein Problem gibt.
An Schnee denkt man kaum noch — trotzdem bleibt er ein reales Risiko. In Perpignan hat vor einigen Jahren starker Schneefall Gewächshäuser einstürzen lassen. Wenn mir jemand sagt: „seit 20 Jahren hat es hier nicht mehr geschneit“, antworte ich: „genau deshalb ist das Risiko umso größer.“ Eines Nachts lag bei mir zu Hause Schnee — ich wohne auf 300 m Höhe — und ich konnte die Gewächshäuser nicht erreichen. Um zwei Uhr morgens bin ich ins Auto gesprungen. In der Ebene lag nichts. Ich bin unverrichteter Dinge zurückgekehrt — aber ich bereue nicht, nachgesehen zu haben.
Was sind die konkreten Vorteile halbgeschlossener Gewächshäuser?
Das Prinzip ist einfach: Das Gewächshaus steht unter leichtem Überdruck. In einem integrierten Korridor mischen wir Außen- und Innenluft, befeuchten sie über bewässerte Pappwaben-Pads und blasen sie über Kanäle ins Gewächshaus. Beim Verteilen trocknet die Luft und kühlt ab — das ist die Verdunstungskühlung. So regeln wir Temperatur und Feuchtigkeit mit einer Präzision, die ein klassisches Gewächshaus nicht erlaubt.
Wir haben auch Sicherheitsöffnungen eingebaut: Bei einem Stromproblem können wir das Gewächshaus manuell öffnen, um einen Temperaturanstieg zu verhindern. Manche Hersteller haben uns von diesem Mehrpreis abgeraten. Wir fanden, dass es sich für den Ausnahmefall lohnt — und genau in solchen Momenten entscheidet sich oft alles.
In unserer Gruppe Rougeline wurden in den letzten Jahren rund fünfzig Hektar neuer Gewächshäuser gebaut, fast alle halbgeschlossen. Selbst die größten Skeptiker haben ihre Meinung geändert, nachdem sie die heißen Sommer erlebt haben. Diese Gewächshäuser kosten etwa das Anderthalbfache eines modernen Standard-Gewächshauses — eine echte Investition, aber sie lohnt sich.
Was ist der Mehrwert einer spezialisierten Versicherung wie Hortisecur? Und was ist im Fall eines größeren Schadens entscheidend?
Für mich passt Hortisecur besser, weil Sie vom Fach sind. Bei unserem vorherigen Versicherer verstanden die Ansprechpartner unsere Besonderheiten nicht — nicht aus bösem Willen, sondern weil der Gewächshausgartenbau eine ganz eigene Welt ist. Mit Hortisecur sprechen wir dieselbe Sprache. Und dank der Erfahrung, die Sie mit all Ihren Versicherten sammeln, kennen Sie die möglichen Probleme immer besser.
Was ist entscheidend? Zuerst die Reaktionsgeschwindigkeit. Bei einer offenen Wand zählt jede Stunde. Und dann die Expertise bei der Schätzung. Unsere Kulturen sind lebendig — die Folgen eines Schadens zeigen sich nicht immer sofort. Wir arbeiten oft in zwei oder drei Schritten: eine erste Feststellung, dann eine Nachkontrolle zwei Wochen später, um die tatsächlichen Folgen zu bewerten. Der Gutachter, der mit einem Erzeuger kommt, der unsere Sprache spricht, der auf dieselbe Zahl kommt wie wir — das ist beruhigend. Das beweist, dass das System fair ist.